In einem Jahr ein ganzes Leben

In einem Jahr ein ganzes Leben

Am 31.7. flog ich von Frankfurt erst nach London und dann weiter nach New York: Mein Abenteuer hatte also begonnen. Von New York ging es im Bus für mich zusammen mit anderen Austauschschülern aus aller Welt nach Philadelphia in ein College. Dort fand für 10 Tage für uns ein „Warm-up“ statt, was uns in das „normale“ amerikanische Leben einführen sollte. Natürlich war dieses Camp mit viel Spaß verbunden. In diesem Camp waren ca. 2000 Schüler aus aller Welt. Wir wurden in Klassen eingeteilt, jeweils eine bunte Mischung aus verschiedenen Nationen. Die Klassen hatten zusammen täglich eine Art Unterricht, in welchem wir lernten, was man über das tägliche Leben, Sitten und Gepflogenheiten in den USA wissen sollte.

Neben dem Unterricht hatte wir jeden Tag noch aufregende, interessante Aktivitäten wie einen Trip in einen typischen amerikanischen Freizeitpark, einen Trip nach New York City oder auch einfach Aktivitäten - wie Sport mit allen zusammen auf dem Campus, so dass man reichlich Gelegenheit hatte, Kontakte zu knüpfen. Das war alles schon ziemlich beeindruckend. Ich konnte dort auch schon erste Freundschaften schließen.

Nach den 10 Tagen ging es dann allein weiter zu meiner Gastfamilie nach Northville/Michigan. Als ich bei meiner Familie ankam, hatte ich erst einmal noch einen Monat Ferien: Das hört sich ziemlich gut an - war es auch -, aber da ich keinen dort kannte, hatte ich auch keine Freunde, wodurch die Ferien manchmal ziemlich langweilig waren. Meine Gastfamilie half mir aber, diese Langeweile zu überstehen mit diversen Aktivitäten (gemeinsame Spiele, Ausflüge usw.). Zu meiner Familie gehören die Eltern, der erwachsene Sohn, die Schwester, die so alt ist wie ich, und eine weitere Austauschschülerin aus Norwegen und drei Hunde.

Der erste Eindruck vom Leben in Amerika schockierte mich erst einmal: Es war einfach eine komplette Veränderung im Vergleich zu meinem bekannten Leben in Deutschland. Alles schien viel größer. Man muss dazu auch sagen, dass ich in einer recht wohlhabenden Gegend wohne: Überall gibt es große Häuser und große Autos. Die Leute sind viel freundlicher und offener Fremden gegenüber, als ich das aus Deutschland gewohnt bin. Üblicherweise betreibt man dort einfach ein bisschen Smalltalk mit jedem seiner Nachbarn oder auch mit Fremden; z.B. im Supermarkt, welches Müsli denn seiner Meinung nach das beste wäre oder ob ich das erste Mal hier einkaufen würde. Ein besondere Erlebnis war mein erster Einkauf mit meiner Familie. Wir waren bei „Cosco“, was man in etwa mit dem Geschäft „Metro“ in Deutschland vergleichen kann, nur noch sehr viel größer. Dort kann jeder einkaufen, man braucht hierfür nur eine Mitgliedschaft. Was mich beeindruckt hat: Dort gab es wirklich alles vom Smartphone bis zu Möbeln und natürlich Lebensmittel. Irgendwie ist dort alles XXXL. Wir kamen also mit einem komplett voll gepackten Auto zurück. Aber natürlich gibt es auch ganz normale Supermärkte. Meine Gastfamilie erledigt im „Cosco“ einmal im Monat den Familiengroßeinkauf und es ist immer wieder ein Erlebnis. Shoppen an sich kann man natürlich auch sehr gut hier, da einiges im Gegensatz zu Deutschland ein bisschen günstiger ist. Malls gibt es hier in jeder Stadt. Manchmal besuchen wir die Großmutter im Altersheim: Bei der Gelegenheit schaue ich mich ganz gern auch dort in der Mall um.

Als ich zum ersten Mal an die Schule gekommen bin, war ich erst einmal ziemlich verwirrt. Die Schule hier ist im Vergleich zum Ratsgymnasium viel größer: An der Highschool hier sind ca. 3000 Schüler angemeldet. Hier in der Highschool gibt es keinen Klassenraum, sondern die Lehrer haben alle ihren eigenen Raum, in welchem der Unterricht stattfindet. In der ersten Woche bin ich daher immer mit einem Schulplan herumgelaufen, um zu wissen, wo ich hin muss. Die Bewertung ist ebenfalls ganz anders, da es hier keine mündlichen Noten gibt. Allerdings bekommt man hier viele Hausaufgaben, die benotet werden. Zudem hat man viel mehr Aufgaben in der Schule, die benotet werden. Man schreibt hier viel mehr Tests als bei uns; manchmal größere, manchmal kleinere. Die Schulen hier haben auch ein komplett anderes System, wie man Fächer wählt bzw. welche Fächer man hat. Man wählt am Anfang des Jahres seine Fächer: Manche davon hat man teilweise über das ganze Jahr und manche auch nur ein Semester. Die Auswahl der Fächer ist hier sehr groß. Die Schüler müssen zwar am Ende ihrer Highschoolzeit eine gewisse Anzahl an bestimmten Kursen absolviert haben, aber sie können auch einige frei wählen. Ich habe neben den (Pflicht-)Fächern, die ich wählen muss, um in Deutschland das 11. Schuljahr zu überspringen, das Fach „Principles of Business“ und das Fach „Business & Personal Law“ gewählt, denn ich interessiere mich sehr für Dinge im Bereich Business und Recht. Mit der englischen Sprache geht schon ganz gut, aber in der Schule habe ich natürlich noch manchmal Probleme. Denn mir fehlen dort einfach die fachspezifischen Wörter, die man im Unterricht aus Deutschland nicht kennt. Aber auch das wird immer besser und die Lehrer hier haben dafür Verständnis: Ich darf sogar in den Arbeiten einen Übersetzer benutzen. Allgemein ist das Verhalten gegenüber den Lehrern und das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler anders, als ich das aus Deutschland kenne: Hier ist das Verhältnis freundschaftlicher bis sogar kumpelhaft. Dadurch macht der Unterricht zwar oft mehr Spaß, aber gerade bei Schülern in den unteren Klassen - also 9. und vor allem 10. - fehlt manchmal der Respekt der Schüler vor den Lehrern, was mich befremdet und ich nicht so gut finde. Natürlich habe ich in der Schule dann auch Freunde gefunden. Mit denen unternehmen ich auch außerhalb des Unterrichts, meistens am Wochenende, etwas. Unter der Woche bleibt dafür oft nicht viel Zeit wegen des Unterrichts, der Hausaufgaben und Hobbies. Jeden zweiten Freitag gehen wir zum Beispiel zu den Heimspielen unseres Footballteams. Obwohl das Team ziemlich schlecht ist, ist es immer wieder schön. Denn bei den Spielen geht es mehr um den Spaß mit seinen Freunden und den Zusammenhalt der Schule, eben um den „School- Spirit“.

Vor zwei Wochen hatte ich „homecoming“: Ich habe dafür den Grund nicht so ganz verstanden, aber es war eine große Party in der Schule. Anscheinend feiert man da sein Wiedersehen nach den Ferien. Man kann diese Party nicht mit einer Schulfeier in Deutschland vergleichen: Es fand eine Art Ball in der Turnhalle mit einem DJ statt. Vor dem DJ war ein riesiger Mosh Pit und alle haben zu der Musik getanzt. Aber das Beste am Homecoming war nicht die eigentliche Feier in der Schule, sondern die Zeit davor und danach. Vorher waren meine Freunde und ich in einem Country Club essen und nach der Feier war die Afterparty. Natürlich waren alle ziemlich schick angezogen.

Jetzt ist gerade „spooky season“: Überall ist alles für Halloween dekoriert. Am Wochenende war ich sogar schon auf einer Halloween-Feier, die die Organisation veranstaltet hat, über welche der Austausch stattfindet. Ende dieses Monat fängt meine Familie an für Weihnachten zu dekorieren. Da sie das Haus immer komplett weihnachtlich dekoriert und man ansonsten nicht genug Zeit hätte, alles zu dekorieren. Meine Familie liebt Weihnachten!

Ich hoffe, dass ihr einen guten Einblick von den ersten drei Monaten meines Austausch bekommen habt. Also für jeden, der darüber nachdenkt, einmal ein Auslandsjahr zu machen: Ich kann es nur empfehlen, denn solche Erfahrung und Erlebnisse bekommt man nirgends anders.
Grüße nach Deutschland

Euer Jannic

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