A. bei den Belgiern

A. bei den Belgiern

Liebe Ratsaner,

Regen, Verkehr und ganz viel belgische Schokolade ...

Hallo und einen lieben Gruß aus Brüssel! Hier kommt ein kleiner Erlebnisbericht meiner Erfahrungen nach dem ersten doch recht intensiven Monat an der Europäischen Schule Brüssel III (Ixcelles).

Ich bin immer noch etwas erschlagen von den ganzen neuen Eindrücken: Ein Kollege meinte gerade, man befinde sich am Anfang in der „Honeymoon-Phase“; alles neu, alles anders, alles toll … bis dann der Alltag und das erste Tief eintritt … na mal sehen ... nein, momentan fühle ich mich wirklich gut, bin sehr nett aufgenommen worden, habe viele sympathische Kollegen und tolle Schüler kennen gelernt.

Mit der größte Unterschied zum Ratse ist, dass hier alles sehr viel größer ist. Die Schule hat über 3000 Schüler und 300 Lehrkräfte. Morgens werden die Kinder mit 90 (!) Schulbussen in die Schule gebracht, auf ein riesiges, eingezäuntes und von Wachleuten umgebenes Schulgelände, das aus mehreren, großen Gebäuden besteht; Kindergarten und Grundschule sind auch gleich mit untergebracht.

Ich unterrichte im „C-Gebäude“ und habe dort meinen eigenen Klassenraum; die Schüler kommen also zu mir, immer in den gleichen Raum ... das ist ganz nett und praktisch, zumal ich mir erst einmal eine Kaffeemaschine in den Raum stellen konnte. Auf dem Flur sind dann noch ein paar nette deutsche und spanische Kollegen, so dass man sich oft zu einem kleinen Plausch trifft. Das Lehrerzimmer allerdings wird nicht so häufig besucht, dort ist man nur kurz, um in sein Fach zu schauen … und das ist eigentlich auch das, was ich am meisten vermisse: ein Lehrerzimmer, in dem alle regelmäßig in den Pausen zusammenkommen, um zu quatschen.

Wirklich spannend sind die Geschichten, die man von den Schülern hört, wo sie herkommen, was sie so erlebt haben. Es sind ja hier quasi alle Nationalitäten vertreten, das macht die Schule aus. Man hört auf den Fluren alle möglichen Sprachen: Französisch, Spanisch, Deutsch, Englisch, Tschechisch, Griechisch, Italienisch etc. Eine Schülerin von mir hat z.B. eine deutsche Mutter und einen italienischen Vater, ist in Brüssel aufgewachsen und hat sieben Jahre in New York gelebt; sie spricht also Deutsch, Englisch, Italienisch und Französich und möchte jetzt gerne noch Russisch und Portugiesisch lernen ...

Die Schüler sind alle super fleißig, motiviert, interessiert am Fach, neugierig, aufgeschlossen und kommen nie zu spät ;) nein, das ist natürlich Quatsch ... es gibt auch hier solche und solche … aber die überwiegende Mehrheit ist wirklich toll ... trotzdem vermisse ich euch!! (Das könnt ihr mir ruhig glauben!) ;)

Der Verkehr hier in Brüssel ist total chaotisch. Zum Glück kann ich aber mit dem Rad zur Schule fahren; wir wohnen etwas außerhalb, ca. 9 Kilometer von der Schule entfernt, und so habe ich gleich ein bisschen Sport getrieben. In der Schule gebe ich ja leider keinen Sportunterricht mehr ... und das fehlt mir wirklich ... dafür unterrichte ich jetzt viel Deutsch als erste, zweite und dritte Fremdsprache, was eine große Herausforderung darstellt, da es in einer Klasse vollkommen unterschiedliche Leistungsniveaus geben kann. Das bedeutet, man muss sehr auf differenzierten Unterricht achten. Die Schüler bekommen hier viermal im Jahr eine Note – das Notensystem geht von 0 bis 10 Punkten, wobei unter 6 Punkten schon „durchgefallen“ bedeutet … auch sonst unterscheidet sich das Schulsystem ziemlich vom deutschen, gerade auch was die Prüfungen bzw. die Kursbelegung und das Abitur (hier: „BAC“) anbelangt ... aber das würde an dieser Stelle auch zu weit führen … (zumal ich das längst noch nicht alles durchschaut habe) ;)

Manchmal fahre ich auch mit dem Motorrad zur Schule ... ihr kennt ja meine Maschine, die ja doch etwas lauter ist ... klingt wirklich super in der Tiefgarage. ;) Lustig ist auch der Motorrad-Gruß: Bei der Vorbeifahrt wird mal kurz ein Bein nach rechts rausgestreckt ... naja, andere Länder, andere Sitten ... ansonsten scheinen die Brüssler mehr Zeit zu haben bzw. sich mehr Zeit zu nehmen … was für einen deutschen „Hektiker“ schonmal nervig sein kann ... an der Supermarktkasse z.B. dauert es meistens ewig, weil die Kassierer erst einmal jeden Gegenstand interessiert mustern, bevor er über den Scanner gezogen wird.

Meine Kinder sind auch gut angekommen ... sie sind auf der Schule meiner Frau, in Brüssel I (Uccle) gelandet - es gibt insgesamt fünf Europäische Schulen hier in Brüssel - und haben schon ein paar Freunde in der Schule gefunden ... ansonsten spielen sie auch viel mit den Nachbarskindern.

Soweit erst einmal von mir ... lasst es euch gut gehen!

Ganz liebe Grüße

Thomas Altena

Redaktion: Noel Friedrich, 8d

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  • 23.09.–28.09. Kennenlernfahrt Jg. 5
  • 04.10.–18.10. Herbstferien
  • 04.11.–08.11. MIG-Spiel
  • 17.12. Probentag Adventskonzert
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  • 19.12. Adventskonzert Nr. 2 19:30-21:30
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  • 23.03. Ende Chorprojekt
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  • 30.03.–14.04. Osterferien
  • 14.05.–16.05. Unterstufenchorfahrt
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  • 24.06. Probentag Sommerkonzert
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  • 26.06. Sommerkonzert 19:30-21:00
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