Stell Dir vor, ... Du wärst behindert
„Ich würde einer Rollstuhlfahrerin im Supermarkt helfen, wenn sie an die Sachen, die oben stehen, nicht rankommt, damit sie auch Geschenke zu Weihnachten für ihre Familie kaufen kann.“ Das ist die Aussage eines Schülers der Klasse 5a, der am Mittwoch, den 16.11., an dem Projekt „Der Umgang mit Behinderten“ in der Sporthalle teilgenommen hat.
Im Rahmen des Seminarfachs „Medien und Gesellschaft“, unter der Betreuung von Frau Fried, entwickelten wir ein Projekt, in dem es um eine Minderheit in der Gesellschaft gehen soll: körperlich und geistig beeinträchtigte Personen.
Neben Interviews mit Bürgermeister Michael Kessler zur Behindertengerechtigkeit in Peine, sowie mit Mitarbeitern einer Einrichtung für solche Menschen, stellt das Experiment mit der 5a den Hauptteil unserer Erarbeitung dar. Neben zwei Rollstühlen stellten wir den Kindern eine undurchsichtige Brille zur Verfügung, mit der sie herausfinden sollten, wie es ist, den Alltag blind zu meistern. Es gab sowohl Geld zu ertasten und die Blindenschrift auf einer Medikamentenpackung zu entziffern, sowie der Aufgabe, sich durch einen dünnen Spalt zwischen aufgestellten Matten durchzutasten.
Zu Beginn des Projekts stellten wir die Klasse vor die Herausforderung, ihren ausgezogenen Schuh, anzuziehen und zu schließen. Hört sich erstmal einfach an. Darf man dabei jedoch nur eine Hand benutzen, wird es schon schwieriger, seine Schuhe zuzumachen. Hat man dann noch Schnürsenkel an den Schuhen, schien diese Aufgabe den Kindern so gut wie unmöglich. Einige von ihnen entwickelten hierbei jedoch neue Techniken und nahmen den Mund zur Hilfe. „Alleine ging das gar nicht. Man braucht eigentlich Hilfe von wem anders dafür“, erzählt ein 11-Jähriger. Und genau darum ging es uns. Wir wollten den Schülern zeigen, dass behinderte Menschen im Alltag selbst bei den banalsten Dingen eine Menge leisten müssen und vor allem sehr oft Hilfe benötigen. Die Rollstühle jedoch stellten die „Hauptattraktion“ (wenn man es so nennen mag) dar. Jeder wollte den Slalom-Parcours passieren und über die simulierte Bordsteinkante fahren. Gerade bei diesen Übungen wurde allen bewusst, dass es gar nicht so einfach ist, im Rollstuhl den Alltag zu bezwingen, denn der Bordstein war für die Mädchen und Jungen ohne die Hilfe ihrer Mitschüler nicht zu bewältigen.
Auf die anschließende Frage, wie er das Projekt generell fand, antwortete ein Schüler: „Das mit dem Rollstuhl war voll lustig und hat Spaß gemacht.“ Er ergänzte aber sofort, dass er glaubt, es sei für Menschen, die immer an den Rollstuhl gefesselt sind, nicht so lustig, sondern sehr anstrengend.
Hinterher waren sich alle Kinder der Klasse 5a einig: Das Projekt hat gezeigt, dass behinderte Menschen auf ihre Hilfe angewiesen sind und mit Respekt behandelt werden müssen. Sie waren sich alle sicher: „Ich helfe jetzt solchen Menschen, wenn es nötig ist.“
Wir freuen uns darüber, dass wir diese Erkenntnisse vermitteln konnten. Am Ende alle froh, wieder normal gehen und sehen zu können.
Lorena, Isabella, Lea, Eleonora und Lorine aus dem 12. Jahrgang
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