Ratsgymnasium gründet 1. Jugendparlament in Peine

Ratsgymnasium gründet 1. Jugendparlament in Peine

Die Klassen 8a und 8b erlebten am 05. November den Höhepunkt ihrer Projekttage. Unter der Leitung des stellvertretenden Ratsvorsitzenden Matthias Wehrmeyer (SPD) hielten sie eine Ratssitzung im Sitzungssaal des Peiner Rathauses ab und brachten dabei Peines Bürgermeister Michael Kessler gehörig ins Schwitzen.

So brachte die Fraktion "Die Karierten" den Antrag ein, das leer stehende Hertie-Gebäude zu kaufen und dort ein Jugendzentrum mit Indoor-Sportplätzen einzurichten. Den Kaufpreis von 10 Millionen Euro für das Gebäude könne man durch den Verkauf von 49% der Anteile der Stadt an der Peiner Heimstätte finanzieren.

Sichtlich erleichtert registrierte Kessler, der in der Realität wie alle Bürgermeister mit großen Finanzproblemen zu kämpfen hat, dass die anderen Jugend-Fraktionen diesem Antrag nicht folgen wollten.

Einen breite Debatte entzündete sich an dem Antrag der DSP, die Sportanlage "Goltzplatz" komplett zu sanieren und sportgerecht aus- und umzubauen. Kessler erläuterte den "Parteien", dass ein Totalabriss des jetzigen Gebäudes und ein Neubau geplant seien. Für 2010 fehlten dafür jedoch die finanziellen Mittel, deshalb sei das Projekt in das Jahr 2011 verschoben worden.

An dieser Aussage entzündete sich schnell Kritik. Die Fraktionen hakten nach und fragten, was denn passiere, wenn auch 2011 die benötigten Mittel nicht vorhanden seien. "Sie haben das System verstanden", entgegnete Peines Bürgermeister mit einem Schmunzeln auf die zahlreichen Wortmeldungen.

In zwei Projekttagen hatten sich die Schüler auf diese Ratssitzung vorbereitet. Unter der Anleitung erfahrener Jugendtrainer und -trainerinnen der Friedrich-Ebert-Stiftung bildeten sie Parteien wie die SPD (Schüler Partei Deutschlands), ADP, DSP, OSP, FON, Die Örtlichen, Die Karierten, Die Weißen und lernten, konstruktiv zu argumentieren, zusammen zu arbeiten und Kompromisse zu schließen.

Im weiteren Verlauf erstellten sie unter Anleitung von Mitgliedern der im Peiner Rat vertretenen Parteien Anfragen und Anträge, die alle auf der Ratssitzung abgearbeitet wurden. Für dieses Projekt hatten sich von der SPD Heinz Möller, ehemaliger Lehrer am Ratsgymnasium und langjähriger Leiter des Gymnasiums Groß Ilsede, Matthias Wehrmeyer, stellvertretender Ratsvorsitzender, Burkhard Zühlke, ehemaliger Schüler am Ratsgymnasium, von der CDU Doris Palandt und Roland Schönaich, ehemaliger Lehrer am Ratsgymnasium, von der PB (Peiner Bürger) Karl-Heinz Belte, von Bündnis 90/Die Grünen Günter Miehe, ehemaliger Lehrer an der Gunzelin-Realschule, und Peter Baumeister, ehemaliger Lehrer an der Bodenstedt-Wilhelmschule und von der GuB (Gemeinschaft unabhängiger Bürger) Hartwig Klußmann, ehemaliger Lehrer an der BBS Peine-Vöhrum, zur Verfügung gestellt.

Alle Politiker zeigten sich beeindruckt von der Kreativität und der konzentrierten Arbeitsweise ihrer betreuten "Parteien".

Ziel dieses von der Friedrich-Ebert-Stiftung initiierten Planspieles war es, die Jugendlichen für Politik zu begeistern. Das ist den engagierten Jugendtrainern und Politikern vollauf gelungen.
Alle hoffen auf eine Neuauflage dieser Veranstaltung im nächsten Jahr.

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