Von der Schule in den Witterwald ...

Von der Schule in den Witterwald ...

Jugendbuchautorin Ursula Wolter zu Gast im Ratsgymnasium Peine

Eine Deutschstunde der besonderen Art erlebten die 5.Klassen des Ratsgymnasiums am Dienstag, als sie im Rahmen der Leseföderung die Autorin Ursula Wolter zu Gast hatten. Diese stellte ihnen ihre beiden Fantasybücher vor, und so lernten die Schülerinnen und Schüler „Timona" kennen, ein Drachenmädchen, das als Findelkind in fremder Umgebung aufgefunden und mit Liebe aufgenommen wird, sich im Alter der gebannt zuhörenden Kinder jedoch die Frage nach der wahren Herkunft stellt ... und sich auf die Suche begibt: „Vom Witterwald in die Drachenstadt", so der Untertitel des Romans. Auch der Drache Meris, dessen abenteuerliches Leben im Mittelpunkt ihres zweiten Jugendbuches steht, lebt in der Welt der Fantasie. Inspiriert wurde Ursula Wolter, die zunächst Medizin studiert und als Ärztin arbeitet, daneben jedoch den Weg zum Schreiben fand, von ihrer damals 8jährigen Tochter und ihrem 6jährigen Sohn und deren ideenreichen Rollenspielen: „Meine Kinder haben mich zur Schriftstellerin gemacht."
Zwar spielen ihre Bücher in einer Welt ohne Menschen, jedoch finden sich auch hier die klassischen Themen des Erwachsenwerdens: die Frage der eigenen Herkunft, der eigenen Identität, die schönen und schmerzhaften Erfahrungen beim Verlassen des Elternhauses, Ausgrenzung und Freundschaft – und die gute Erfahrung, dass gemeinsames Handeln gewiss eher zum Erfolg führt als Einzelkämpfertum.
Dass ein Jugendbuch von der Idee bis hin zum fertigen Produkt einen langen Weg durchläuft, das war für viele Fünftklässler neu. Um dies nachvollziehbar zu machen, hatte Ursula Wolter das Manuskript ihres ersten Buches dabei, das die jungen Leser, die sich zum Teil auch schon als Autoren erproben, sogar durchblättern durften. Durch die Schilderung der Entstehung von „Timona" konnten die Kinder eine Vorstellung davon entwickeln, dass ein Buch eben auch eine Ware ist, an der nicht allein der Autor etwas verdient. Offen räumte Frau Wolter ein, dass sie alleine von ihrer Arbeit als Schriftstellerin kaum leben könne.
Durch ihre freundliche Art und ihre lebhafte Darstellung ermutigte die Autorin die Schülerinnen und Schüler zu Fragen, die sie sachkundig, geduldig und humorvoll beantwortete.
Neben den genannten Jugendbüchern hat Frau Wolter noch ein weiteres Werk, allerdings für erwachsene Leser verfasst: „Wohin die Wolken ziehen".

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