Sheng-Cho Chang, Assistant Teacher am Ratse
Hallo liebes Ratsgymnasium!
Mein Name ist Sheng-Cho Chang und die meisten von euch haben mich sicherlich schon in Peine oder in der Schule gesehen! Weil mein Name schwierig zu schreiben - und vielleicht sogar noch schwieriger auszusprechen - ist, ist es mir recht, wenn ihr mich Sheng nennt. Ich bin 21 Jahre alt. Ich absolviere gerade mein Auslandsjahr in Deutschland als Teil meines Sprachstudiums an der Universität von Cambridge und ich freue mich, bis Juni 2010 hier in Peine als Sprachassistent für Englisch arbeiten zu können. Meine Aufgabe besteht darin, die Englischlehrerinnen und –lehrer zu unterstützen, die englische Sprache zu beleben und sie relevanter für den Alltag der Schülerinnen und Schüler zu machen. Hoffentlich wird euer Englisch und mein Deutsch sich dadurch schnell verbessern!
Man kann gewiss an meinem Namen erkennen, dass ich eigentlich kein gebürtiger Engländer bin; meine Familie stammt aus Taipei, der grössten Stadt von Taiwan, wo ich zusammen mit meinem älteren Bruder und meiner Schwester eine Grundschule besuchte. Als ich elf Jahre alt war, bin ich nach London umgezogen, wo ich die nächsten sieben Jahre in einem Internat verbrachte. Ich glaube nicht, dass es irgendeinen anderen Ort in London gab, der so kosmopolitisch wie das Wohngebäude meines Internats war, und ich staunte ständig darüber, wie es möglich war, dass Schülerinnen und Schüler aus allen Ecken der Welt sich irgendwie unter demselben Dach versammelt haben. Die Zeit, die ich in diesem Internat verbrachte, hat meine Lebensanschauung bedeutend geprägt und mein Interesse für Fremdsprachen und –kulturen angeregt. Deshalb ist es nur logisch, dass ich mich entschieden habe, Fremdsprachen, nämlich Spanisch und Deutsch, an der Universität zu studieren. Vielleicht kann man meine Identität wie folgt zusammenfassen: ein gebürtiger Taiwaner, aber kulturell ein Engländer und im Geiste ein Weltbürger.
Nachdem ich zwei Jahre Deutsch studiert habe, habe ich meine Begeisterung für deutsche Geschichte und Kultur entdeckt. Deshalb entschloss ich mich, eine Stelle als Fremdsprachenassistent zu beantragen, um diese Interessen weiter zu entwickeln. Dadurch kann ich auch Erfahrungen als Lehrer sammeln und mein Deutsch verbessern. Spannend war es, die Mitteilung abzuwarten, die die Informationen über meine Gastschule enthielt, und es war als ob ich auf die Ergebnisse der Lotterie warten würde. Ich wusste, dass ich irgendwo in Niedersachsen untergebracht werde, aber, da Niedersachsen sehr vielfältig und grösser als Dänemark ist, war mir das keine Hilfe. Zufällig habe ich insgeheim auf einen Ort wie Peine gehofft. Weil ich fast mein ganzes Leben in zwei Hauptstädten wohnte, freute es mich, dass ich nun in einem kleineren Ort lebe, wo das Leben weniger hektisch ist und die Leute umgänglicher sind. Die Freundlichkeit am Ratgymnasium beeindruckt mich wirklich und ich finde, dass die Beziehungen zwischen Lehrerinnen/Lehrern und Schülerinnen/Schülern informeller und weniger hierarchisch sind als ich es in London erlebte.
Meine Hobbys sind zum grössten Teil von meinem studentischen Leben geprägt. Studierende in Cambridge können nicht auf ihr Fahrrad verzichten, wenn sie kostbare Zeit sparen wollen, und ich bin keine Ausnahme. Am Anfang fuhr ich mit dem Fahrrad aus lauter Notwendigkeit, aber dann entdeckte ich, dass ich es eigentlich geniesse, an einem sonnigen Nachmittag gemächlich in der Umgebung der Universitätsstadt mit dem Fahrrad herumzufahren. Ebenfalls fing ich, wie die meisten Studierenden in Cambridge, einfach aus Neugier an, ein Trimester zu rudern. Trotzdem ich wegen des Trainings morgens sehr früh aufstehen musste, hielt ich es für ein lohnendes Erlebnis und es gab mir Energie für den ganzen Tag! Ausserdem reise ich sehr gern, da es der beste Weg ist, meine Neugier für das Neue und Fremde zu befriedigen. Aber wenn ich nicht unterwegs bin, bin ich auch zufrieden, einen ruhigen Abend beim Lesen oder Spielen meiner Klarinette zu verbringen.
Alles Gute für ein schönes und erfolgreiches Jahr!
Sheng
Hallo liebes Ratsgymnasium!
My name is Sheng-Cho Chang and no doubt most of you have seen me around Peine and in the school already! As my name is difficult to spell, and probably even more difficult to pronounce, I am happy to be referred to as Sheng. I am 21 years old. I am currently doing my year abroad in Germany as part of my language studies at the University of Cambridge, and am privileged enough to be able to work as an English language assistant here in Peine until June 2010. My job is to assist English teachers in bringing the English language to life and make it more relevant to the pupils’ daily lives. Hopefully the pupils’ English and my German will improve equally fast!
As you can tell from my name, I am not actually English by birth; my family comes from Taipei, the biggest city in Taiwan, which is where I attended primary school, together with my elder brother and sister. When I was eleven years old I moved to London, where I spent the next seven years in a boarding school. I don’t think there was anywhere in London that was as cosmopolitan as my boarding house and I never ceased to marvel how pupils from all over the world managed somehow to gather under the same roof. The years I spent in this boarding house has shaped my outlook definitively and has whetted my curiosity for foreign languages and cultures. Thus, it seems only logical that I should have chosen to study languages, namely Spanish and German, at university. Perhaps my identity can be summed up as follows: Taiwanese by birth, English by culture, international in outlook.
Two years studying German at Cambridge has really stimulated my interest in German history and culture, so I decided that the best way to develop these interests further was to apply for a language assistantship, through which I also hope to gain some experience in working in a classroom and improve my German. Finding out where I would be placed was almost like waiting for the lottery results. I knew I would be placed somewhere in Niedersachsen, but as Niedersachsen is such a diverse province that is bigger than Denmark, it gave little clue as to my future home. As it happens, Peine is the kind of place that I had secretly hoped for. Having lived in two capital cities for most of my life, I was relieved to be placed in somewhere smaller, where the pace of life is gentler and the people more approachable. Ratsgymnasium indeed struck me as a particularly friendly school and I have found that the relationship between teachers and pupils is more informal and less hierarchical than what I experienced in London.
My hobbies are largely shaped by my university life. No students in Cambridge could do without a bicycle if they want to save precious time, and I was no exception. At first I cycled simply out of necessity, but then discovered that I really enjoy spending a sunny afternoon, albeit rare in England, cycling leisurely around the surrounding areas of the university town. Again, like most students in Cambridge, I took up rowing for a trimester simply out of curiosity. Despite having to wake up seriously early in the mornings for the training sessions, I found it a rewarding experience, and it certainly kept me energised for the rest of the day! In addition, I enjoy travelling a lot, as it is the only way of satisfying my thirst for the new and unfamiliar. But if I am not on the move, I am also content with spending a quiet night reading or playing my clarinet.
Best wishes for an enjoyable and successful year!
Sheng
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